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Lima - selbstgewickelt

Wenn die Lima defekt ist , ist das nicht ein Grund zum verzweifeln. Im Grunde ist das selberwickeln recht einfach. Ich habe das mal vor ein paar Jahren bei einer XT600 gemacht, lässt sich aber genauso auf jede andere Maschine mit Lima im Ölbad übertragen, auch auf die GPZ-305 :-)

Als erstes muß die Lima der GPZ-305 vollständig ausgebaut sein.

Dann muß die benötigte Drahtstärke ermittelt werden. Dazu mit einer Schiebelehre die Drahtstärke des Kupferlackdrahtes ermitteln. Wahrscheinlich liegt sie für die Errregerwicklung der CDI (dünner Draht) so bei 0,10 -0,20 mm. Die Ladewicklung für die Batterie (Lichtspulen) dürfte meist so um 0,5 - 1 mm liegen

Der Draht ist auf gar keinen Fall normaler Wickeldraht (Kupferlackdraht, wie beim Trafowickeln üblich), sondern es muß Wickeldraht für erhöhten Temperaturbereich besorgt werden (z.B. WO 210)!

Der Unterschied:

Wenn nur die CDI-Ladewicklung der GPZ-305 defekt ist, braucht auch nur diese ausgetauscht zu werden.

Da meist der Draht per Kilo und nicht nach Meter verkauft wird, sollte man sich ein Kilo davon bei einer Trafowickelei besorgen, Vieleicht gibt's auch Reste, ein paar 100g sollten allemal reichen Aber wiegesagt: nicht den normalen Draht, sondern den für erhöhten Temperaturbereich ! Vieleicht kann man sich mit einem Leidensgenossen zusammentun und das Material zusammen besorgen. 1Kg sollte für mehrere Lima's reichen.

Dann braucht man noch Anschlußdrähte. Dafür knimmt man Öl- und Hitzebeständigen Silicondraht bis 200° ( 2-3 m -Stück) und ca. 20 cm Gewebe-Isolierschlauch zum Isolieren (darüberschieben) über die Lötstellen bzw. ein paar kleine Stücken

Zum Isolieren (Tränken) der Wicklung wird ein Schutzlack benötigt. Gute Erfahrung habe ich mit dem von den Isolier- und Schutzlack DCA auf Silikonbasis, (hitzebeständig bis 230 Grad, Öl- und Säurebeständig) der Firma Elektrolube gemacht. Gibt's im Elektronikfachhandel, z.b. bei www.rs-componments.de. Der Lack muß mindestens 2 Stunden trocken (besser noch über Nacht) und danach für ein paar Stunden bei 90° in Mutti's Backofen zum Aushärten. Allerdings nur in Elektro-Backöfen, da Gasöfen zuviel Feuchtigkeit erzeugen!

Nun wird der Wicklungssinn ( wie rum der Draht um den Anker läuft) aufgezeichnet. Am besten von oben drauf gesehen, also im Uhrzeigersinn oder entgegnen. Der neue Draht muß nämlich wieder in die selbe Richtung laufen !

Jetzt kann die alte Wicklung mit einem grossen Seitenschneider restlos abgezwickt werden.

Dann wird der Spulenkörper erstmal mit dem Silicon-Lack dick eingesprüht und darf mindesten 2 Stunden oder so antrocken. Am besten das Ganze am Vortag vorbereiten.

Nun kann das eigentliche Wickeln beginnen.

Ich habe damals den Wickeldraht durch eine alte Kugelschreiberspitze laufen lassen. Geht aber auch so "über den Daumen"

Zuerst wird der Silicon-Anschlußdraht an den Wickeldraht angelötet und ein Stückchen Isolierschlauch darübergeschoben. Dann erst fängt man mit dem Wickeln an. Dabei auf die Wickelrichtung achten ! Wie war das doch gleich- im Uhrzeigersinn oder entgegen ?

Es kann nicht schaden, wenn man sich die Mühe macht schön sauber Lage für Lage den Draht zu legen, dabei ein klein wenig straff halten. Etwa so wie beim Wolle-Aufwickeln zu Großmutters Zeiten, wenn man einen Wollball macht (falls das heutzutage noch jemand kennt) Aber nicht zu sehr spannen, sonst wird die Isolierung beschädigt. Aus elektrischer Sicht ist es egal ob sich die Drähte beim Wickeln oft kreuzen. Allerdings ist an jedem Kreuzungspunkt eine höhrere mechanische Belastung auf der Lackoberfläche. Daher ist das Risiko eines Windungsschlusses bei schön sauber parallel geführten Wicklungen wesentlich geringer als wenn alles kreuz-und quer läuft und sich eindrückt. Obwohl von der elektrischen Funktion her kein Unterschied auszumachen wäre.

Nach jeder neuen Lage das Ganze schön mit dem Silicon-Lack einsprühen, so daß immer alle Windungen getränkt sind.

Die Anzahl der Windungen ist völlig unkritisch. Ob da mehr oder weniger drauf sind spielt kaum einen Rolle. Einfach so lange Wickeln, bis die Spule ungefähr wieder so dick ist wie sie ursprünglich war. Ein bischen mehr kann auch nicht schaden..

Am Schluß auch den 2.Anschlußdraht nicht vergessen und auch diesen mit dem Gewebeschlauch isolieren. Dann das Ganze nochmals dick einsprühen und über Nacht austrocken lassen. Dann kommt der Brocken bei 90° für mehrere Stunden in den Backofen. Ich hatte meinen für mehr als einen halben Tag drin. Die beim Hersteller angegebene Aushärtzeit von nur 90 Minuten bezog sich auf eine Lackschicht und nicht auf eine gtränkte Wicklung....

Langsam abkühlen lassen und die Lima ist wieder wie neu; eventuell noch sogar besser als das Orginal.

Als letztes werden die Anschlußlitzen am alten Stecker angelötet. Dabei empfiehlt es sich zum Schutz gegen zuzkünftige Defekte einen Varistor mit einzulöten. Und bitte nicht vergessen vorher den gemeinsammen Isolierschlauch über die beiden Anschlußlitzen zu schieben und auch die Lötstellen zu isolieren ;-)

Nochmals das Wichtigste zusammnegefasst:

Der Materialpreis dürfte so bei 40€ liegen 30€ für 1Kg Draht und ca.10€ für den Lack.

Noch ein heisser Tipp:

Damit die CDI-Wicklung der GPZ-305 nicht gleich wieder defekt wird. sollte man am Anschlußstecker einen Varistor (Überspannungsableiter) mit einlöten. Das Verhindert auch, daß die Wicklung aufgrund eines Wackelkontaktes der CDI oder des Steckers durchbrennt ( Spannungsüberschlag) oder auch umgekehrt. So ein Teil kostet unter 2€ !

Da die CDI-Ladewicklung ca. 300-400V erzeugt, sollte man den höchsten Spannungswert nehmen , den man in die Finger bekommt..

Z.B. ein Metalloxid Scheiben Varistor S20K460 für 460V, Ableitvermögen 8000A Peak .

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